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Freitag, 2. Mai 2014

Haare und das, worauf sie wachsen

Früher dachte ich: Haare, die wachsen einfach auf dem Kopf, werden gewaschen und bunt gemacht und einmal am Tag gekämmt. Irgendwann funktionierte das mit dem Kämmen aber nicht mehr so gut, als sie dann so lang waren, dass sie schon bis ins Kreuz reichten. Dabei konnte ich sie alle zu einem kleinen Kügelchen zusammen machen, das nicht einmal die Größe eines Tennisballs erreichte. Bei der Länge! Ja, meine Haare sind sehr dünn. Ich kürzte sie auf kinnlang und dachte, jetzt wäre wieder alles ok, aber war es nicht. Nun standen sie einfach ab, machten dieses "Frizz", wogegen es drölfzigtausend Produkte gibt, die den Frizz wegmachen sollen. Oder zumindest unterdrücken. Natürlich kaufte ich diese Produkte, aber sie taten allesamt nicht das, was sie versprachen und verschlimmerten es zum Teil eher noch.

Zwischen den kurzen Haaren meiner Jugend und den kurzen Haaren, die ich nun habe, liegen einige Jahre sehr lange Haare, die den Frizz, der sich bildete, unsichtbar gemacht haben. Dazwischen ist etwas passiert. Ich bin krank geworden und diese Krankheit bedingt eine schlechte Haarstruktur. Das geht aber auch nicht mehr weg, ich muss also damit leben. Was macht man also gegen Frizz?

Zuerst habe ich ab und an mal etwas Haarkur verwendet. Das habe ich aber schnell wieder aufgegeben, weil die Haare am zweiten Tag aussahen wie 5 Tage nicht gewaschen. Ich tat also erst einmal nichts. Und dann wurde mein Shampoo aus dem Sortiment genommen. Mein Colorshampoo von Yves Rocher, das so toll nach billiger Seife roch und meine Directions nicht stark rauswusch. Mist!

Ich kaufte mir ein Shampoo, das nach Schokolade roch und damit begann der Ärger...

 photo haarpflege2_zpsf6381761.jpg

So siehts inzwischen aus. Das Garniershampoo vertrage ich nämlich rein gar nicht. Ich vertrage es nicht an der Haarstruktur, denn das Ergebnis ist wie drei mal geblichen, dann in Chlorwasser gebadet und dann nochmal 2 Stunden Sonne drauf. Die Haare sind einfach Stroh und fühlen sich ganz grausig an. Da kann man mit Spülungen gegen arbeiten, das wäre nicht das Ding, aber viel schlimmer ist, dass dieses Shampoo mir langanhaltendes fieses Kopfhautjucken beschert. Richtig schlimm. Ich brauchte 2 Monate, um das wieder weg zu kriegen. Und wenn ichs nochmal verwendet, fängts wieder an.

- Ich kaufte das Balea super-sensitiv-super-mild Shampoo in der Hoffnung, dass meine Kopfhaut besser wird und mein Haar natürlich auch. Ich weiß nicht, was das Garniershampoo angestellt hat, aber dieses Shampoo vertrage ich nun auch nicht.

- Ich verwendete Waschnüsse. Dadurch besserte sich schon etwas. Die Anwendung mit Waschnüssen ist aber ziemlich kompliziert und nach 3 mal Waschen kriegen sie mein Fett aus den Haaren einfach nicht mehr weg, sodass ich wieder was anderes nutzen muss. Nach einiger Zeit wurde mein Waschnussud auch vom Geruch her sehr biomüllähnlich, was mich ziemlich störte. Generell fand ich Waschnüsse gut, aber das Gefriemel gefällt mir nicht.

- Ich kaufte Alepposeife (ganz rechts), denn Alepposeife, das ist was Reelles. Nur schäumt Alepposeife irgendwie nicht auf den Händen, sodass ich sie als Handwaschseife nicht verwenden konnte. In den Haaren macht sie ihre Arbeit gut, da kann ich mich nicht beklagen. Wie meine Kopfhaut sie findet, das weiß ich leider nicht. Denn nach einer alkalischen Seife muss man eine saure Rinse machen. Ich habe einen Ekel gegen Essig, also mache ich diese mit Zitronensäure... und das nimmt mir wiederum meine Kopfhaut übel. Die Rinse bleibt drinne, die Säure also den ganzen Tag auf der kaputten Kopfhaut.

- Heilerde und Lavaerde, das könnte der Schlüssel sein! Aber auch das war ein Fehlschluss. Ich weiß nicht, wie andere Leute das machen, ob sie einfach den Abfluss verstopfen lassen und dann den Hausmeister rufen. Aber mir ist das zu peinlich und ich werde da garantiert auch nicht selbst mit Flusssäure bei gehen, den Abfluss von diesem feinst vermahlenen Gestein zu befreien. Jedes Mal ein unglaublich beklemmendes Gefühl mein Haare waschen haben wegen Verstopfung geht mir zu weit.

- Schon fast resignierend verwendete ich mein Seba Med Syndet, das ich jeden Morgen zum Gesichtwaschen verwende. Auf Reisen habe ich es schon oft für die Haare genommen, da es sehr platzsparend ist und mit einem eher sauren pH-wert auch für die Haare geeignet ist. Langsam ging das Gejucke damit weiter weg und inzwischen ist es ganz weg. Meine Haare sehen jetzt auch wieder annehmbar aus.

Als Spülungen habe ich auch einiges verwendet. Die von Fructis enthält sehr viele Silikone, die das Haar am ersten Tag wunderschön machen, am zweiten Tag aber schon wie nach 5 Tage nicht gewaschen. Ärgerlich, aber das ist konsistent mit den Erfahrungen anderer Silikonspülungen und meinen Haaren. Dünne Haare und meine Krankheit funktionieren mit Silikonen nicht.
Die beiden von Alverde finde ich gut. Die Kur darf man nicht all zu lange wirken lassen und die Spülung nutze ich schon seit Jahren. Ich verwende sie aber beide eher selten, zur Zeit mach ich nach meiner Wäsche gar nix rein. Wobei gar nichts auch falsch ist, ich töne meine Haare mit Cremetönung. Das bringt auch einen optischen Pflegeeffekt. Je weniger Farbe man sieht, desto schlechter sehen die Haare auch strukturell aus.

Und das Haaröl... vielleicht bin ich ja zu dumm dafür. Aber ich sehe damit aus wie aus Assi-TV. Wenn meine Kopfhaut mal wieder einen totalen Wutanfall hat, schmiere ich es dick auf sie drauf, lass es über Nacht drin und wasch es am nächsten tag raus, dann beruhigt sie sich wieder etwas.


Mich stören zwar einige Dinge in dem Seba Med Stück. Wieso muss da Seidenprotein rein? Aber im Großen und Ganzen ist es eigentlich das, was ich suche. Ich finde feste Shampoos deutlich cooler als flüssige, einmal wegen des Mülleffekts, dann wegen des Schleppeffekts auf Reisen, dann wegen des sinnlosen Wasser rumtragens in den Shampoolösungen, aber feste Shampoos gefallen mir auch besser, weil sie weniger bis gar keine Konservierungsstoffe brauchen und weil man damit voll unique ist. Der letzte Teil ist nicht all zu ernst gemeint. Aber auch nicht superunernst.

Ich werde jetzt nicht mehr wechseln, nun ist endlich Ruhe. Und ich bin auch immun gegen Ratschläge. Was mich an der Sache aber immer noch stört, ist das Zeug, was nun rumsteht.

Heilerde, was mache ich damit? Man kann damit Gesichtsmasken machen, aber Gesichtsmasken sind für mich wie Gelnägel für Männer, die sich besonders männlich sozialisiert fühlen. Das stößt sich ab wie zwei falschrumme Magneten. Essen kann ich die Heilerde auch nicht, das beißt sich mit meinen Medikamenten. Kann man daraus vielleicht ein Peeling machen, das nicht als Maske lange auf der Haut bleiben muss?
Das bisschen Lavaerde werde ich noch zum Haare waschen verwenden, das macht die Verstopfung jetzt auch nicht mehr schlimmer.
Und die Silikonspülung? Ich kenne nur Leute, die sie doof finden. Tonne?
Was macht man mit Alepposeife, wenn sie sich weigert, einem die Haut zu waschen, weil sich einfach nichts von der Seife auf der Haut löst? Und schäumen tut sie auch nicht. Alle finden Alepposeife immer so toll, aber ich finde, sie stinkt und wäscht nicht.
Das Med-shampoo hat schon einen Abnehmer und das von Garnier steht im Putzschrank. Wobei ich überlege, das auch zu entsorgen, denn es lässt nun auch meine Hände jucken.

Vielleicht hat ja jemand eine Idee :)

Kommentare:

  1. Ich kann dich irgendwie verstehen. Meine Kopfhaut juckt auch immer (und schuppt sich), weil ich durch meine Schilddrüsenerkrankung ganz trockene, juckende Haut bekommen habe. Momentan gebe ich nach dem Waschen Aloe Vera auf die Kopfhaut und das mindert den Juckreiz.
    Meinst du das Waschstück könnte mir auch helfen? Meine Haare sind allerdings länger und da habe ich immer Angst, dass sie nicht komplett gewaschen werden.
    Haaröl gebe ich immer zur Pflege nach dem Waschen in die noch nassen Haare und auch nur in die Spitzen. Ich nehme jetzt nur noch Brokkolisamenöl, aber ich habe das immer mit allen möglichen (Haar-)Ölen gemacht. Dadurch werden die Haare auch nicht fettig, aber die Kopfhaut hat nichts davon.
    Aleppo-Seife mag ich auch nicht. Ich habe hier auch noch eine, aber mein Freund und ich finden den Geruch total unangenehm.
    Spülung mit Silikon kann man gut als Rasiergel-Ersatz verwenden, so habe ich meine Spülungen damals aufgebraucht.
    Ganz liebe Grüße!

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    1. Das mit dem Rasiergel probiere ich mal aus, danke :)
      Du kannst das Syndet auf jeden Fall ausprobieren. Die Längen müssen ja meistens nicht so viel gewaschen werden, aber wenn du sie waschen willst, kannst du das Stück einfach etwas über die Haare rubbeln. Ich rubbel das Stück auch direkt auf die Haare, wenn mans wirklich nur über die Hände aufträgt, dauert das doch etwas lange.

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    2. Beim nächsten Einkauf werde ich das Syndet mitnehmen und ausprobieren. Danke für den Tipp!

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  2. Du sprichst mir grad aus der Seele.
    Es hat sich bei mir mittlerweile herausgestellt dass ich auch mit der SD Probleme habe. Meine Haare sind total für'n Arsch (und das schon seit ewig) und das Garnier Kakaobuttershampoo hat meine Haare und meine Kopfhaut vor 3 Jahren so krass zerstört, dass sie ausgefallen sind oder gebrochen sind (siehe Fehlkaufpost von letzter Woche).
    Dann hab ich mich durch das halbe Shampooregal probiert und es wurde immer schlimmer. Absoluter Höhepüunkt: Alverde Haarkur. Ich hab ganze Büschel aus mienen Haaren ausgezogen :/ Brrrr!!!!
    LUSH Rehab war für eine Haare zwar etwas besser, stank aber wie sau und hat meine Kopfhaut zerstört. Das hab ich mittlerweile auch weggeworfen.
    Jetzt hab ich mit Tigi wieder eine Silikonbombe aber meine Haare sehen wieder halbwegs nach Haaren aus xD Und das nach ca 2 Jahren. Krass was?

    Es scheint in dieser Garnier Kakao Reihe irgendetwas drin zu sein was wir beide absolut nicht vertragen. Ist es zu harsche Chemie? Ein zu heftiger PH Wert?! Wer weiß?

    Ich weiß leider auch nicht was man dagegen tun kann. Wir haben vollkommen konträre Haartypen (meine sind sehr sehr trocken). Mir hat der NK und silikonfrei-Versuch leider ziemlich geschadet, sodass ich wieder auf Silikon wechsle damit meine Haare nicht ganz so beschissen und verwahrlost aussehen.

    Darf ich die Chemikerin mal kurz etwas fragen?
    Ich hab das scheiss Problem dass ich keine Seife mehr anfassen kann ohne davon Ausschlag oder extrem trockene Haut zu kriegen. Dummerweise trifft es mittlerweile jede Seife. Ich will herausfinden woran es liegt. Welche hauptsächlich in Seifen benutzte Stoffe könnte ich mir mal im Seifen- oder Selbermachershop besorgen und zuhause verdünnen?
    Der Allergietest ergab nämlich dass es keine Duftstoffe sind, aber Stoffe, dei in Seifen benutzt werden hat mein Allergologe natürlich gar nicht zum Testen...

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