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Samstag, 6. April 2013

Schlank und abnehmen...?!

Das Jammern "Ich bin zu fett" von dünnen Personen hört man ja immer oft. Eigentlich ist es schon so sehr Standard, dass man gar nicht mehr hinhört. Aber hat jemald jemand einen davon erlebt, der dann auch wirklich die Arschbacken zusammen kniff und die Kilos, die er zu viel zu haben meinte, abnahm? Ich kenne nur eine Person, die das fertig bekommen hat und das bin ich selbst.
Alle anderen haben einfach damit gelebt, aber auch nicht weiter zu genommen.

Damals hatte ich eine lange Glutamatsuchtphase, die mir 4 kg bescherte. Ein halbes Jahr lang haben die sich rauf geschlichen und 4 Wochen gebraucht, um wieder runter zu rutschen. Die erste Woche war schwer, das hätte ich nie für möglich gehalten. Seitdem hat jeder meinen Respekt, der auch wirklich abimmt, denn das ist überhaupt nicht so einfach wie der Satz "Dann iss halt nicht so viel!". Man muss über seinen Schatten springen, man muss sich selbst analysieren, man muss Selbstkritik zulassen und man muss verzichten.

Aber ist es überhaupt ok, wenn man meint, ein paar kg zu viel zu haben und nur noch mit Gewalt in seine Hosen kommt, aber eigentlich davor untergewichtig war, da wieder hin zu wollen? Für einen selber ist das natürlich immer die eigene Sache, aber wie sieht es gesellschaftlich aus? Was sagt die Gesellschaft dazu, die ja immer dünne bevorzugt, wenn jemand gerade normalgewichtig gewordenes wieder leicht untergewichtig sein will?

Für mich selbst ist es eine klare Sache von Körpergefühl und Wohlbefinden. Ich hatte vor kurzem jahrelang mein Wohlfühlvolumen. Und nun drücken da diese komischen Massepolster von meinem Hintern auf die Beine. Ich fühle mich aufgebläht.
Dass ich den Kram wieder loswerde, ist natürlich klar. Ist bin da auch sehr konsequent und lass die viele Schokolade, die ich sonst so liebend gerne ess, weg. Wahrscheinlich würde das ja schon reichen, da ich eigentlich alles über Schokolade kompensiere (ich mag fettige Hauptmahlzeiten nicht) UND Schilddrüsenhormone nehme, die einen sowieso immer eine Überdosis an Essen futtern lassen und wenn man das nicht tut, einem Gewicht abzwacken. Aber ich verrringere jetzt auch die Größe meiner eigentlichen Portionen. Langsam fühle ich mich damit auf dem Holzweg, weil es sich anfühlt, als habe man mir die Lebensenergie abgedreht, aber der Ehrgeiz, der Ekel vor sich selber, die Gewissheit, dass das Wohlfühlgewicht in greifbarer Nähe ist... Dass alles schnell wieder gut werden kann!

Ich halte mich übrigens strickt an den "alle 3 stunden eine portion essen!"-Plan einer guten Freundin, die damit sehr erfolgreich schon über 10 kg abgenommen hat. Das funktioniert sehr gut, man hat echt kaum Hunger. Ich übertreibs nur leider wie immer und hab trotzdem Hunger.


Aber: Kennt ihr Personen, die den Weg "Lass es gar nicht erst zu 20 kg Übergewicht kommen!" schon ab unter 5 kg begonnen? Mussten sich diese Personen stark rechtfertigen? Oder haben sie das einfach verborgen? Oder habt ihr das selbst schon einmal gemacht?

Kommentare:

  1. ich fühle mich mit 50 kilo toll und mit 52 kilo dann 'fett' und aufgebläht. (ich bin 165 cm groß) bei diesen 50-52 bin ich immer, aber es ist echt schlimm wie 'fett' man sich als dünner mensch fühlen kann. also ich verstehe dich vollkommen! ich rede halt nicht mit 'dickeren' freundinnen/personen darüber, weil ich sie nicht kränken o.ä. möchte. man wird dann leider auch schnell in die magersuchtsschublade gepackt. nur weil man gern dünn ist und es einem wichtig ist schön schlank zu sein, ist man nicht magersüchtig!

    und leichtes untergewicht ist sowieso das neue normalgewicht wenns nach dem schönheitsideal geht!

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  2. Wuah, das Lebensenergie-abdrehen-Gefühl habe ich leider auch immer. Uhm, objektiv gesehen könnte ich aber vermutlich auch noch eine Weile leben, wenn ich gar nichts essen würde. Wie auch immer: ich kenne eigentlich kaum jemanden, der "rechtzeitig" zurückgerudert hat. Meistens kam wirklich erst das 10. Kilo drauf und DANN die bittere Erkenntnis, dass man dringend etwas ändern muss. Es lag aber auch oft an Verletztungen (bei den Personen, die ich kenne, zumindest) - es ist schon leichter, sich schlechte Angewohnheiten anzueignen, wenn man grade außer Gefecht ist und keinen Sport treiben kann etc. ...

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  3. Ich finde, das persönliche Wohlgefühl ist am Wichtigsten. Und selbst wenn einen 2kg stören statt 10, dann müssen eben diese 2 wieder runter. Und es ist mMn auch egal, ob man jetzt dünn ist oder eher mollig. Nicht jeder hat den gleichen Körperbau und solange es nicht ins krankhafte Untergewicht reingeht (so ca BMI unter 17) und die Ernährung ein gesundes Maß hat, seh ich auch kein Problem darin, wenn sich ein dünner Mensch mit ein paar wenigen Kilos mehr als sonst unwohl fühlt und diese wieder abnehmen will.

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  4. 4 Wochen?! Du kannst dir gar nicht vorstellen wie ich dich beneide. Ich habe über 4 Monate hinweg in Finnland wieder auf mein Idealgewicht abnehmen können, primär weil ich dort einen absolut geregelten Tagesbalauf hatte und essen konnte wonach mir war, was ganz oft einfach Abends nur ein Salat oder etwas ähnlich einfaches war. Das hat wirklich geholfen aber es hat 4 Monate gedauert. Ich habe mich super wohl gefühlt. Aber kaum bin ich zurück in Österreich hab ich innerhalb von 4 Wochen wieder 3 kg zugenommen. Jetzt wo die Uni wieder beginnt, und ich an solchen Tagen 2 Stunden im Auto sitze, Mittags dadurch fastimmer ausfallen lassen oder verschieben muss und dadurch jede Mahlzeit sich nach hinten verschiebt, ist es unmöglich wieder zurück auf das alte Gewicht zu kommen, egal wie sehr ich mich zusammenreiße und weniger Esse. Mein Körper kommt damit einfach nicht klar wenn ich nicht jeden Tag um halbwegs die selbe Uhrzeit esse, und lagert alles an was er bekommt, egal wie viel Sport ich mache und wie gesund ich esse. So schlimm wie im Moment war es aber auch schon lange nicht mehr, die Tabletten die ich nehme haben ja schon geholfen, aber ich denke die Dosis stimmt einfach nicht im Moment.

    Wie schon gesagt wurde, wichtig ist nur das Wohlfühlgewicht, und was das Idealgewicht laut BMI oder der Meinung anderer ist, ist mir auch herzlich egal, die stecken ja nicht in meinem Körper bzw. ich bin ja nicht ungesund dünn (gewesen) wenn ich mein persönliches Wohlfühlgewicht habe.

    Ich finde es ein bisschen fies wenn man als "dünner" Mensch nicht ernst genommen wird wenn man sagt man fühlt sich nicht wohl weil man 2, 4 oder 5 kg zugenommen hat die einem andere vielleicht gar nicht mal so sehr ansehen. Man hat doch genauso das recht zu sagen man möchte sich in seinem Körper wohlfühlen, und es braucht kein anderer Mensch zu glauben man sagt das nur um sich über andere, die evtl mehr wiegen lustig zu machen. Aber ich rede auch gar nicht drüber, weil ich weiß wie empfindlich manche dann reagieren und sich einfach angegriffen fühlen.

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  5. Es kommt immer drauf an, wie man sich wohlfühlt, solange man nicht krankhaft dabei ist.
    Bei nem dünnen Menschen fallen 2 Kilo eher auf, als bei nem dicken 10..
    Ich selbst habe im letzten halben Jahr über 15 Kilo abgenommen und muss noch einiges, was ich mir durch einen Schicksalsschlag angefressen hab..
    Die ersten 10 Kilo hat man null gesehen.. von 2 ganz zu schweigen.

    In nem Forum gibts auch welche die nur 2 oder 4 Kilo abnehmen wollen und da sieht man auf den Bildern auch bei 2 Kilo nen Unterschied.
    Dickere Leute die sich damit nicht befassen verstehen daher nicht, dass 2 Kilo einen sichtbaren und fühlbaren Unterschied machen..

    Lebensqualität verloren hab ich keine..
    Ich esse gesünder, mehr Gemüse und Obst, hab das erste mal seit Jahren eine Hose in 46 gekauft und sie passt (andere mögen denken, dass ist immer noch fett, aber für mich ein Erfolg, immerhin war eine Kleidergröße kleiner ganze 15 Kilo). Ich hab nie gehungert, auch viel süßes gegessen, aber eben wenn ich was süßes gegessen hab kein Abendbrot mehr. Früher aus Gewohnheit das auch noch mitgegessen..


    @Varis Varjo: wieviel Kalorien nimmst du den zu dir? Rechne das mal mit fddb aus. Wenn man zu wenig ist, kommt der Körper in den Hungerstoffwechsel und man nimmt eher wieder zu als dass man abnimmt.

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  6. Als ich so 16, 17 war hab ich im Rahmen der Pubertaet etwas zugenommen. Waren zwar eigentlich weibliche Rundungen, die sich auch erstmal ein bisschen verteilen mussten (lol) aber das wurde von mir nicht so wahrgenommen. Ich merkte halt nur, vorher war ich duenn und jetzt auf einmal ueberall Masse und Schwabbel... Mein "Traumgewicht" in der Zeit war immer 45 kg (auf 160cm), hab dann klaegliche Abnehmversuche gestartet die natuerlich nichts gebracht haben ausser Unzufriedenheit und "ich fuehl mich so schwach grade". Bin aber jetzt gluecklich, dass ich nicht so konsequent war damals, denn es stellte sich ja raus, dass ich mich nur erstmal an meinen "frauenkoerper" gewoehnen musste.

    Mein Koerpertyp ist jetzt aber auch nunmal eher kurvig. Da dann auf Teufel komm raus einen auf grazile Elfe machen zu wollen, finde ich MADNESS. Aber wenn dein Koerper sowieso vom Typ magere Elfe ist, und du ja auch volljaehrig, reif und intelligent bist, dann finde ich schon, dass du da ruhig deine paar Kilo abnehmen kannst. Sich ne komplett neue Garderobe anzulegen, damit deine Klamotten wieder schoen sitzen, waere ja auch sehr viel Aufwand.

    Ich glaube groesstenteils fuehlt man sich garnicht unwohl, weil man zugenommen hat, sondern weil die Klamotten zu eng sind und einem son ekelhaftes Gefuehl geben. Hab in den Semesterferien mal nur in JOgginghose gegammelt und dann erst nach Wochen gemerkt, als ich wieder ne Jeans anzog, dass ich ueberhaupt ein paar kilo zugelegt hatte. Und ab dem Punkt natuerlich auch mega unzufrieden gewesen :D.

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  7. Prinzipiell finde ich nichts schlimmes daran wenn auch dünne Menschen abnehmen wollen. Nur der Absatz mit dem Holzweg von dir hört sich, in meinen Augen schon etwas nach Essstörung an..
    Generell finde ich es erschreckend was im Moment wieder für eine Welle an "Ich muss dünn werden"-Posts durchs Internet geht.. Vermutlich wegen dem kommenden Sommer..
    Aber gut, schlussendlich bleibt es jedem selbst überlassen.

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  8. Dazwischen sollte jeder selbst wissen, mit welchem Gewicht er sich wohl fühlt. Ich hab wohl die gleiche Statur wie Nagellackprinzessin. Ich fühle mich mit 55 einfach wäääh, was nicht damit zu tun hat, dass es dick ist oder dass ich es als dick empfinde. Mich stört einfach, wenn ich ein T-shirt anziehe und dieses kleine Fettpolster sehe, das über die Hose hinausragt. Mit 48 fühle ich mich aber auch wääääh, da sind meine Schultern einfach so mikrig. Ich tu mir da aber keinen Zwang ein wieder in mein Wohlfühlgewicht zu kommen. Da komm ich von selbst, weil ich einfach liebend gerne schlemme oder auch eine Zeit auf Zwischenmahlzeiten verzichten kann.
    Ich finde es also nicht schimm wenn man versucht auf sein gewöhntes Gewicht zu kommen.

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