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Mittwoch, 7. September 2011

Da kommt der Lack her!

Als Student, wenn man so in einer Arbeitsgruppe ist und sich einen abforscht, hat man manchmal das große Glück, auch zu Tagungen mir zu dürfen. Da sind dann Firmen, die sich vorstellen, bzw denen man sich vorstellen kann, es sind Firmen dort, die was verkaufen wollen (hier: Membranpumpen, Rückflusskühler, Spezialchemikalien) und natürlich viele andere Wissenschaftler, die ihre Arbeiten als Posterpräsentation oder Vortrag vorstellen. Das allercoolste daran war, dass wir so viel von der Nuclearchemie sehen durften, die wird ja normalerweise im Keller gehalten und keiner darf etwas darüber sagen. Wo es keine gibt, wird deutlich betont "Und das ist auch gut so!". Ich war jedenfalls öfter in der Radiochemie als in meinem Fachbereich, hatte ich das Gefühl. Real gerechnet war ich natürlich mehr in meinem, weil ich da auch immer war, wenn mir langweilig war.

Ich habe abgesahnt: 4 Kugelschreiber, 1 Gelschreiber, 1 Reagenzglas voll Mintpastillen, Infomaterial, Schokolade, eine Tasche und einen Ringblock. Super, kann ich alles gebrauchen! Und mein letzter Werbekuli ist vor wenigen Tagen erst leer gegangen.

Aber mal zu dem kosmetischen Teil, worum es hier gehen soll. Wir wissen ja alle, dass Nagellack reine Chemie ist. Natürlich ist alles andere auf diesem Planeten auch reine Chemie, aber Nagellack ist eine Erfindung aus der chemischen Industrie und war auch von dieser zu finden:



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Schick, ein Nagelrad auf einer Tagung! Das hatte ich gar nicht gesehen, eigentlich hab ich mich für die Kulis interessiert. Und dann lag da eine Broschüre, die ich interessant fand. Und dann hatte ich auch schon einen Firmenvertreter, der mir 20 Minuten lang erzählt hat, was die da tolles machen, wobei ich auf einem Aufsteller las "Kosmetik und Personal Care", was so in den Rest der Firma überhaupt nicht passte, weil sie sich halt mit Farben und Harzen beschäftigen. Ich fragte also "Ihre Kosmetik bezieht sich aber nur auf Nagellacke oder?" "Ja, sicher" kam zurück ;) Jedenfalls in diesem Zusammenhang, natürlich sind auch Etiketten und Glitzeraufdrucke deren Gebiet, aber in einem anderen Firmenteil. Und dann zeigte er mir auch schon das Nagelrad in der Vitrine. Das waren alles die klassischen Schimmerlacke, aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass sie den ganzen Duochromekram für Essence machen können.
Wahrscheinlich tun sie das auch. Genau so wie die restlichen Schimmerlacke.

Tja, ist schon spannend, dass man das mal so sieht. Normal denkt man in meiner Sparte immer an Professor oder Schreibtischboss bei BASF, wenn man an Jobs denkt. Dabei gibt es so viel mehr Plätze, wo man uns unterbringen kann und wo man uns auch braucht.

Kommentare:

  1. *g* mein Männe hat auch mal in einem Chemie Betrieb gearbeitet,m die hatten massen an Pigmenten.. damals waren ja die Flip-Flop Lack ebei den Autos so in.. da waren mit sicherheit einige dabei, die sich auch als Nagellack gut gemacht hätten *g*

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  2. Wär das nicht ein Job für dich? Nagellackcreateur?

    Mein Freund ist zwar auch in der Chemiebranche, aber eher dort, wo man Wunderschwämme herstellt. :D

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  3. Haha sehr cool :D
    Ja, man findet oft die eine oder andere Sparte wo man mit nem Naturwissenschaftlichen Studium auch hingelangen könnte, woran man zuerst gar nicht gedacht hat. ^_^

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  4. @bunte Wollsocke
    Nee, das ist ja Polymerchemie, ich bin Metallorganiker. Natürlich muss man letztendlich das nehmen, was man bekommen kann, aber dazwischen stehen noch mindestens 3 Jahre, so lange kann ich noch träumen. Oder ich werde halt Professor und mache synthetisch orientierte Actinidenmetallorganik auf :) Dann hab ich mit dem überflüssigsten, abgefahrendsten, güiftigsten und unnötigerweise radioaktivem Zeug zu tun. Aber ich dürfte niemanden in meine Arbeitsgruppe aufnehmen, weil ich das moralisch nicht verkraften könnte, die Leute der Strahlung und der Giftigkeit auszusetzen.

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